Spielfieber – der Countdown läuft...

Das interaktive Computerspiel zur Prävention von Glücksspielsucht steht pädagogischen Fachkräften für die Arbeit mit Jugendlichen zur Verfügung und kann eigeninitiativ von Jugendlichen im Netz genutzt werden.

Der Protagonist des internetbasierten Spiels muss seine Spielschulden begleichen. Dabei kann die Spielfigur nach eigenen Wünschen benannt und gestaltet werden. Auf einem virtuellen Stadtplan öffnen sich sukzessive verschiedene positiv und negativ konnotierte Erlebnisräume: Unter anderem existieren diverse Verlockungen in Form von „Glücksspielorten“, wie etwa ein Casino, eine Eckkneipe, ein Hinterhof oder der Computer in der eigenen Wohnung. Alternativ besteht die Option, Freunde im Park zu treffen und mit ihnen gemeinsam etwas zu unternehmen, durch regelmäßiges Arbeiten im Supermarkt Karriere zu machen, eine virtuelle Beratungsstelle aufzusuchen und vieles mehr.

Website des Angebots

  • Anbieter: Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG)
  • Ort: Bayernweit
  • Laufzeit: Ab 01.12.2012
  • Thema: Sucht vorbeugen
    Gesundheitskompetenz verbessern
    Schäden von Glücksspiel reduzieren
  • Lebenswelt: Kein Setting-Bezug
  • Altersgruppe: Jugendliche (13-17 Jahre)
    Junge Erwachsene (18-29 Jahre)
    Erwachsene (30-64 Jahre)
  • Form: Digitales Angebot
  • Geschlechtsspezifisch: Männlich

Dieses internetbasiertes Tool zur Glücksspielsuchtprävention soll die Zielgruppe über die mit Glücksspielen assoziierten Suchtgefahren lebensweltnah aufgeklären und zu einem informiert-reflektierten Umgang mit Glücksspielangeboten motivieren.

Spielfieber steht als App in den Playstores von Google und Apple zur Verfügung und ist auf einer interaktiven Website abrufbar. Hier finden sich für pädagogische Fachkräfte Hintergrundinformationen, die Evaluation und die Möglichkeit das Spiel herunterzuladen.

Jugendliche können unter anderem in der Spielhalle Minigames spielen, Kurzvideos im Kino ansehen oder im Observatorium einen Risikocheck machen…

Die Stadt, die Spielfigur und die sozialen Elemente schaffen einen spielerischen Zugang und fördern eine aktive Teilnahme Heranwachsender an verschiedenen Aspekten des Themas Glücksspiel.

Regelmäßig finden Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte statt, in denen die Umsetzung von Spielfieber mit Jugendlichen geschult wird.

Ausgewählte Ergebnisse der “Evaluation des Browsergames „Spielfieber“: Akzeptanz, Effekte und Potential”:

  • Am besten kam „Spielfieber“ bei Haupt- und Realschülern sowie Jugendlichen mit Migrationshintergrund und einer generellen Affinität für Computerspiele an.

  • Qualitative Auswertungen der verbalen Daten verweisen auf einen nennenswerten Wissenszuwachs in der EG, etwa in Bezug auf (professionelle) Unterstützungsmöglichkeiten beim Vorliegen einer Glücksspielproblematik.

  • Inferenzstatistische Vergleiche zwischen der KG und EG bestätigen, dass das Interesse am Glücksspiel durch „Spielfieber“ nicht gesteigert wird und somit derartige unerwünschte Nebeneffekte ausbleiben.

  • Mit der Intervention gehen Positivwirkungen im Hinblick auf die Sensibilisierung für glücksspielbezogene Risiken einher, operationalisiert über die Einschätzung des Gefährdungspotentials verschiedener Spielformen. Dieser Umstand trifft jedoch ebenfalls auf die KG zu, wenngleich weniger stark ausgeprägt.

  • Die Unterschiede zwischen KG und EG auf der Einstellungsebene sind statistisch bedeutsam: So führte insbesondere das erfolgreiche Durchspielen von „Spielfieber“ zu einer Verringerung von glücksspielbezogenen Fehleinschätzungen. Diese Veränderung bleibt bei den Gewinnern von „Spielfieber“ auch unter Berücksichtigung zahlreicher Störvariablen evident.

  • Ansatz: Verhaltensprävention
  • Qualitätskriterien: Erkenntnisse aus der Gesundheitsberichterstattung
  • Evaluation: Externe Ergebnisevaluation
  • Zertifizierung: ist in der Grünen Liste Prävention geführt
    hat den IBK Preis erhalten
    hat den Bayerischen Präventionspreis erhalten

Anbieter

Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG)
Edelsbergstr. 10
80686 München

Die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) ist die zentrale Schnittstelle aller an der Prävention, Suchthilfe, Suchtforschung und Beratung bei Glücksspielsucht beteiligter Organisationen und Akteure. Beteiligt an der LSG sind die Bayerische Akademie für Sucht- und Gesundheitsfragen BAS gGmbH, das IFT Institut für Therapieforschung und auch der Betreiberverein der Freien Wohlfahrtspflege Landesarbeitsgemeinschaft Bayern für die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern e. V. Die LSG wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention finanziert.

https://www.lsgbayern.de

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

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