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Jedes Kind erlebt Situationen anders, hat andere Grenzen und steht vor anderen Herausforderungen auf seinem Weg ins Erwachsenenleben. Wir wollen mit unserem Projekt die Kinder dabei unterstützen eigene Grenzen und die, anderer Kinder wahr zu nehmen; auf Grenzverletzungen angemessen zu reagieren; Gefühle zu reflektieren; anstehende körperliche und persönliche Veränderungen mit Blick auf die Pubertät richtig einzuordnen; zwischen guten und schlechten Geheimnissen unterscheiden zu können; die Darstellung der Geschlechterrollen im digitalen Raum zu hinterfragen. Das Projekt richtet sich an Schüler ab der 4. Klasse Grundschule und findet im Klassenverbund statt.
Website des Angebots
Die geschulten Multiplikatoren können das Material kostenlos beim Netzwerk Stark Zusammen ausleihen und das Projekt in ihrer Klasse selbstständig und eigenverantwortlich umsetzen. Für die Klasse ergeben sich folgende Zielsetzungen zu den Lerninhalten:
Unsicherheiten/ Ängste in Bezug auf die Geschlechtsmerkmale und deren Entwicklung abbauen
Angemessene und nicht verletzende Gesprächskultur in Bezug auf die Geschlechtsmerkmale entwickeln
Wissen bezüglich notwendiger Körperhygiene erlangen
Reflexion der eigenen Grenzen
Möglichkeiten aufzeigen, wie die eigenen Grenzen anderen Menschen verdeutlicht und verbalisiert werden können
Mögliche Vorgehensweisen bei Grenzverletzungen erlernen
Unterscheiden können zwischen “guten” und “schlechten” Geheimnissen
Netzwerk von möglichen Helfern aufzeigen
Die Multiplikatoren bekommen Materialien und Methoden an die Hand, mit denen sie folgende Einheiten im Klassenverbund bearbeiten können:
1. Einstiegsspiel
Bilder-Puzzle um den Ist-Stand der Klasse einschätzen zu können.
2. Gesprächskultur
Es werden für die Geschlechtsmerkmale gesammelt, die die Kinder kennen. Anschließend werden die Gesprächsregeln und der Umgang mit bestimmten Wörtern diskutiert.
3. Gefühle-Ampel
Je nach Schülerzahl werden ausgewählte Beispiel-Karten an alle oder einzelne SchülerInnen ausgegeben. Die Kinder lesen das Beispiel laut vor und ordnen nach ihrem Gefühl das Beispiel einer Ampelfarbe zu.Rot = nicht in Ordnung, ich fühle mich unwohlGelb = es ist nicht immer gut, aber auch nicht immer schlimmGrün = es ist in Ordnung, dabei fühle ich mich wohlDie Schüler werden im Plenum dazu ermuntert ihre Einordnung zu begründen und mit Beispielen zu untermauern, um unterschiedliche Sichtweisen / Situationen aufzuzeigen, die verschiedene Einschätzungen nach sich ziehen.
Die Klasse wird für die folgenden Aktionen nach Geschlecht in zwei Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe belegt einen eigenen Raum.
4. Mein Körper gehört mir
Anhand einer von den Kindern erstellten Zeichnung und mit handgenähten Aufklärungsmodellen werden die weiblichen und männlichen Geschlechtsmerkmale besprochen. Dabei wird besonders auf die Fragestellungen der Kinder Rücksicht genommen und der Entwicklungsstand der Gruppe beachtet. Notwendige Körperhygiene wird hier thematisiert. Die SchülerInnen erhalten anschließend jeder laminierte Papier-Hände in unterschiedlichen Farben, angelehnt an das bekannte Ampelsystem (rot, gelb, grün). Auf der Figur sollen sie die Hände nun entsprechend ihrer Empfindung platzieren.
Rot = privater Bereich, hier möchte ich nicht berührt werden
Gelb = Berührungen von vertrauten Menschen sind hier möglich
Grün = (fast) alle Personen dürfen mich hier berühren, ohne dass es mir unangenehm ist
5. Ich bin stolz ein Junge/ Mädchen zu sein, weil…
Jedes Kind füllt in Stillarbeit für sich oder in freiwilligen Kleingruppen einen Steckbrief aus.
6. Austausch der geschlechtsbezogenen Gruppenarbeit
Die Gruppen besprechen, welche Ergebnisse sie aus Punkt 4. und 5. der jeweils anderen Gruppe mitteilen möchten (z. B. die körperlichen Grenzen). Anschließend treffen sich die Gruppen wieder in einem Raum und stellen kurz ihre Ergebnisse vor.
7. Gute und schlechte Geheimnisse
In einer Kiste befinden sich Beispiele für Geheimnisse. Die ganze Klasse diskutiert , ob diese Geheimnisse weitererzählt werden dürfen oder man sie für sich behalten sollte. Dabei wird erarbeitet, wem „schlechte“ Geheimnisse anvertraut werden können.
8. Geschlechterrolle und Medien
Medien-Themen (Internet, Messenger, Social Media, etc.) werden bei allen vorher beschrieben Punkten ein Stück weit mit einfließen, durch entsprechende Beispiele. Bei Bedarf kann aber zum Schluss auf einzelne Punkte noch näher eingegangen werden.
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Netzwerk Stark Zusammen Telefon: 08221 95421 E-Mail-Adresse: starkzusammen@landkreis-guenzburg.de
Wir sind ein Präventionsnetzwerk bestehend aus Fachkräften unterschiedlicher Institutionen und Fachdiensten des Landkreises Günzburg und darüber hinaus. Als erste Ansprechpartner für Gewalt- und Suchtprävention, Jugendschutz und Medienkompetenz sind wir aktiv und vor Ort in der Präventionsarbeit tätig.
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Letzte Aktualisierung: 24.07.2026
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