Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee

Ehrenamtliche Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter bringen niedrigschwellige Informationen, Präventionsangebote und gesundheitsförderliche Impulse direkt in die Kommunen und stärken so Gesundheitskompetenz, Teilhabe und gesundheitliche Chancengleichheit.

Die Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee qualifiziert und begleitet ehrenamtliche Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter in den Landkreisen Lindau (Bodensee) und Oberallgäu sowie der Stadt Kempten (Allgäu). Sie bringen niedrigschwellige Gesundheitsinformationen, Präventionsangebote und gesundheitsförderliche Impulse direkt in die Kommunen und Lebenswelten der Menschen. Unterstützt durch eine Koordinierungsstelle erfassen sie lokale Bedarfe, vermitteln bestehende Angebote und initiieren gemeinsam mit Fachkräften passende Aktionen. Im Mittelpunkt stehen Gesundheitskompetenz, Bewegung, Ernährung, psychische Gesundheit, soziale Teilhabe und gesundheitliche Chancengleichheit.

  • Anbieter: Gesundheitsamt – Landkreis Lindau (Bodensee)
  • Ort: Landkreis Lindau (Bodensee), Landkreis Oberallgäu, Stadt Kempten (Allgäu)
  • Laufzeit: 01.09.2026 bis 01.08.2030
  • Thema: Gesundheitskompetenz verbessern
    Psychische Gesundheit stärken
    Gesund ernähren
    Bewegung fördern
    Stress reduzieren
    Sucht vorbeugen
    Gesundheitliche Chancengleichheit und soziale Teilhabe
  • Lebenswelt: Familie
    Kommunales Setting
    Verein
  • Altersgruppe: Säuglinge (bis unter 1 Jahr)
    Kleinkinder (1-3 Jahre)
    Kinder (4-12 Jahre)
    Jugendliche (13-17 Jahre)
    Junge Erwachsene (18-29 Jahre)
    Erwachsene (30-64 Jahre)
    Ältere (ab 65 Jahre)
    Hochbetagte (ab 80 Jahre)
  • Form: Präsenzangebot
    Informationsmaterial (print, online)
    Digitales Angebot

Ziel der Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee ist es, die gesundheitliche Chancengleichheit in den Landkreisen Lindau (Bodensee) und Oberallgäu sowie in der Stadt Kempten (Allgäu) nachhaltig zu stärken. Hierfür wird ein regionales System ehrenamtlicher Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter aufgebaut, das niedrigschwellige Gesundheitsförderung direkt in die Kommunen und Lebenswelten der Menschen trägt.

Bis zum Ende der Projektlaufzeit am 31. März 2030 sollen mindestens 50 Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter gewonnen, qualifiziert und durch eine hauptamtliche Koordinierungsstelle begleitet werden. Sie fungieren als lokale Ansprechpersonen und Multiplikatoren, erfassen Bedarfe vor Ort, vermitteln bestehende Angebote und unterstützen die Planung und Umsetzung gesundheitsförderlicher Aktionen. Dabei sollen insgesamt mindestens 3.500 Bürgerinnen und Bürger erreicht und gesundheitliche Themen in den kommunalen Strukturen von mindestens 15 Kommunen verankert werden.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Bevölkerungsgruppen, die von bestehenden Angeboten bislang nur schwer erreicht werden. Dazu gehören insbesondere Seniorinnen und Senioren, Menschen mit Migrationshintergrund, Alleinerziehende, Frauen in belastenden Lebenslagen, Menschen mit psychischen Belastungen sowie Erwachsene mit geringer Gesundheitskompetenz.

Durch zielgruppengerechte Informations-, Bewegungs-, Ernährungs- und Beteiligungsangebote sollen Gesundheitskompetenz, Eigenverantwortung, psychische Gesundheit und soziale Teilhabe gestärkt werden. Gleichzeitig werden gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen verbessert, indem Kommunen, Vereine, Bildungseinrichtungen, soziale Einrichtungen und Fachakteure vernetzt und erfolgreiche Ansätze in die kommunale Planung eingebunden werden.

Die Qualifizierung, regelmäßige Fortbildung und Vernetzung der Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter sowie die wissenschaftliche Evaluation durch die Hochschule Kempten dienen der Qualitätssicherung und Weiterentwicklung. Erfolgreiche Strukturen und Maßnahmen sollen möglichst über den Förderzeitraum hinaus fortgeführt und auf weitere Kommunen übertragen werden.

Die Gesundheitsbrücke Allgäu-Bodensee wird als gemeinsames Projekt der Gesundheitsregionenᵖˡᵘˢ Landkreis Lindau (Bodensee) und Kempten-Oberallgäu umgesetzt. Eine hauptamtliche Koordinierungsstelle steuert das Gesamtprojekt, gewinnt und begleitet ehrenamtliche Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter, organisiert Schulungen und Netzwerktreffen, koordiniert Maßnahmen in den Kommunen und übernimmt Dokumentation, Öffentlichkeitsarbeit, Monitoring und Evaluation.

Die Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter werden über Kommunen, Vereine, soziale Einrichtungen, Bildungsträger, Freiwilligenagenturen, Presse, Gemeindeblätter und digitale Kanäle gewonnen. Ihre Grundqualifizierung umfasst rund neun Unterrichtseinheiten und behandelt Grundlagen von Gesundheit und Prävention, Bewegung, Ernährung, psychische Gesundheit, Suchtprävention, Kommunikation, Moderation, Projektmanagement, Veranstaltungsorganisation, Netzwerkarbeit und Rollenverständnis. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten sie ein Zertifikat. Regelmäßige Fortbildungen und Netzwerktreffen sichern die fachliche Qualität und unterstützen den Erfahrungsaustausch.

Die Botschafterinnen und Botschafter wirken als lokale Ansprechpersonen und Multiplikatoren. Sie nehmen Bedarfe und Rückmeldungen aus ihren Gemeinden auf, machen bestehende Angebote sichtbar, sprechen Zielgruppen direkt an und unterstützen die Planung, Bewerbung, Begleitung und Dokumentation gesundheitsförderlicher Aktivitäten. Die fachliche Durchführung von Kursen, Workshops oder Beratungsangeboten erfolgt grundsätzlich durch entsprechend qualifizierte Fachkräfte. Eine eigenständige Durchführung durch Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschafter ist nur bei nachgewiesener einschlägiger Qualifikation und nach Prüfung durch die Koordinierungsstelle vorgesehen.

In den beteiligten Kommunen werden bedarfsgerechte Informationsveranstaltungen, Workshops, Gesundheitstage, Mitmachangebote und weitere lokale Aktionen entwickelt. Inhaltliche Schwerpunkte sind insbesondere Bewegung, Ernährung, psychische Gesundheit, Stressbewältigung, Suchtprävention, soziale Teilhabe und Gesundheitskompetenz. Die Maßnahmen können regional gemeinsam oder dezentral in einzelnen Kommunen erprobt werden. Erfolgreiche Formate sollen anschließend auf weitere Orte übertragen werden.

Die Bevölkerung wird über Bürgerforen, Workshops, Fragebögen, digitale Rückmeldemöglichkeiten sowie bestehende Treffpunkte und Netzwerke beteiligt. Die Ergebnisse fließen in die weitere Maßnahmenplanung ein. Eine Projektwebsite, Presse- und Social-Media-Arbeit sowie Informationsmaterialien begleiten die Umsetzung und erhöhen die Sichtbarkeit regionaler Angebote.

Die Hochschule Kempten evaluiert das Projekt wirkungsorientiert. Dazu werden gemeinsam Evaluationsziele und praxistaugliche Indikatoren festgelegt, quantitative Befragungen und ergänzende Interviews durchgeführt und die Ergebnisse in einem Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen zusammengeführt. Erkenntnisse aus der Evaluation, Rückmeldungen der Beteiligten und dokumentierte Projektergebnisse werden für die laufende Qualitätssicherung und Weiterentwicklung genutzt.

Das Projekt knüpft an die langjährigen Erfahrungen mit Gesundheitsbotschafterinnen und Gesundheitsbotschaftern im Landkreis Cham an. Dort haben sich insbesondere eine fundierte und praxisorientierte Grundqualifizierung, die kontinuierliche Begleitung der Ehrenamtlichen, regelmäßige Fortbildungen und Netzwerktreffen sowie eine enge Verankerung in den Kommunen als wichtige Erfolgsfaktoren erwiesen. Diese Erfahrungen wurden bei der Konzeption der Gesundheitsbrücke berücksichtigt und an die regionalen Gegebenheiten in Lindau (Bodensee), Oberallgäu und Kempten angepasst.

  • Ansatz: Verhaltens- und Verhältnisprävention
  • Förderung: Sozialversicherungsträger (GKV, DGUV, DRV, Pflegekassen), AOK Bayern – Die Gesundheitskasse, Förderprogramm „Gesunde Kommune“
  • Qualitätskriterien: Das Präventionsangebot beruht auf einem bereits evaluierten Konzept/Vorgehen, nämlich:
    Erkenntnisse aus der Gesundheitsberichterstattung
    Bedarfsermittlung
    Partizipation (Beteiligung, Mitbestimmung, Teilhabe)
    Qualitätssicherung/-management
    Niedrigschwellige Arbeitsweise (Barrierearmut, Inklusion, gleichberechtigte Teilhabe)
    Gesundheitliche Chancengleichheit
    Gesundheitsbotschafter Landkreis Cham
  • Evaluation: Externe Prozessevaluation

Anbieter

Gesundheitsamt – Landkreis Lindau (Bodensee)
Bregenzer Straße 35
88131 Lindau (Bodensee)

Thomas Kaleja
Telefon: 08382270229
E-Mail-Adresse: gesundheitsregionplus@landkreis-lindau.de

Das Gesundheitsamt sorgt für die Gesundheit der Bevölkerung in seiner Zuständigkeit durch ein breites Spektrum an Leistungen.

https://www.landkreis-lindau.de

Letzte Aktualisierung: 31.07.2026

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