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In Kooperation mit dem BKK Landesverband Bayern führt das Staatsinstitut für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP) eine Aktion zur Förderung der Feinfühligkeit von Eltern und Fachkräften in der Interaktion mit Kindern in verschiedenen Altersstufen durch. Die Aktion ist ein Angebot in Bayern für Betreuungspersonen und Eltern von Kindern im Alter von 0 bis 10 Jahren in Tagespflege, Krippen, Kindergärten, Grundschulen und Horten und umfasst
eine Broschüre für Eltern und Fachkräfte, die in allen genannten Betreuungsformen verteilt werden kann (Möglichkeit zum Download s. u.),
einen ganztägigen Workshop für Teams und Lehrkräfte,
einen ca. ein- bis zweistündigen Elternabend.
Website des Angebots
Die Grundlagen von Bindung und Feinfühligkeit werden praxisnah für die jeweilige Altersstufe (Kleinkindalter, Kindergartenalter, Grundschulalter) dargestellt und anhand von Fallbeispielen mit der Praxis verknüpft. Der feinfühlige Umgang mit den Bedürfnissen von Kindern im Kleinkind-, Kindergarten- oder Grundschulalter wird dabei praxisnah anhand von konkreten Beispielen in typischen Alltagssituationen dargestellt. Im Mittelpunkt des Angebotes stehen die Themen Feinfühligkeit und Grenzen-Setzen, Fachkraft-Kind-Beziehungen, Beziehungen zu Gleichaltrigen sowie die Förderung von sozial-emotionalen Kompetenzen von Kindern in der jeweiligen Altersstufe (z.B. Emotionsregulation, Umgang mit Konflikten). Damit soll ein besseres und tieferes Verständnis von kindlichem (und eigenem) Verhalten bei Eltern und Fachkräften erreicht werden.
Der neueste Baustein “Baby oder Smartphone im Blick?” beschäftigt sich zudem mit den Auswirkungen der Nutzung digitaler Geräte durch enge Bezugspersonen und durch 0- bis 3-jährige Kinder. Neben den neuesten Daten und Studien zur Smartphone-Nutzung, werden konkrete Tipps zur Gestaltung des Familienalltags und des Einrichtungsalltags im Zeitalter der Digitalisierung gegeben - sowie Aufklärung geboten über die Folgen unbedachter Smartphone-Nutzung.
Ein weiterer Projekt-Baustein der “mentalisierungsbasierten Fallreflexion” kann seit 2026 zusätzlich zu den anderen Veranstaltungen gebucht werden, um im Team konkrete pädagogische Situationen gemeinsam zu analysieren und mithilfe einer erprobten Methode neue Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten zu entdecken.
Ziel der gesamten Aktion ist es, die Beziehungsgestaltung in Familien und in Kindertageseinrichtungen für Kinder zwischen 0 und 10 Jahren so zu verbessern, dass aufbauend auf gesicherten Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie und Bindungsforschung, alle Kinder in ihren Grundbedürfnissen gesehen und geachtet werden - und Erwachsene sich kompetent, entlastet und “gut genug” fühlen können.
Die jeweiligen Einrichtung können hierfür bedarfsgerecht Bausteine (Elternabend, Team-Workshop, Fallreflexion) an einem Inhouse-Termin ihrer Wahl bei ausgebildeten Referierenden aus ihrer Region buchen. Das Angebot ist für die Einrichtungen kostenlos. Zudem können Broschüren, Leporellos und Arbeitsmaterial beim IFP bestellt werden (siehe: https://www.ifp.bayern/de/projekt/feinfuehligkeit-von-eltern-und-fachkraeften).
Eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind ist die wichtigste Voraussetzung, um Kinder in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Hierfür ist es wichtig, die emotionalen Grundbedürfnisse von Kindern zu kennen und so gut wie möglich zu erfüllen. Ergebnissen der Bindungsforschung zu Folge ist ein feinfühliger Umgang mit kindlichen Bedürfnissen dabei der beste Weg, eine vertrauensvolle Beziehung zum Kind aufzubauen und aufrechtzuerhalten, oder wiederherzustellen, wenn die Beziehung ins Ungleichgewicht geraten ist. Forschungsergebnisse zeigen außerdem, dass man feinfühliges Verhalten lernen kann. Um Feinfühligkeit zu lernen, ist es unter anderem wichtig, sich die eigenen Verhaltensmuster dem Kind gegenüber bewusst zu machen, diese zu reflektieren und, wenn nötig, zu verändern.
Als erster Projektbaustein wurde für die jeweilige Altersgruppe aufbauend auf nationaler und internationaler Bindungsforschung sowie eigenen Projekten zum Thema Feinfühligkeit eine Broschüre für Eltern und pädagogische Bezugspersonen erstellt: 2016 für das Kindergarten-, 2019 für das Grundschul-, 2022 für das Kleinkindalter und 2024 für den Umgang mit digitalen Medien (Altersgruppe 0-3 Jahre). Der Baustein „Baby oder Smartphone im Blick?“ erläutert aufbauend auf bindungstheoretischen Erkenntnissen, wie Bezugspersonen sowohl das eigene als auch das Nutzungsverhalten der Jüngsten so gestalten können, dass die Beziehungen und die Entwicklung keinen Schaden nehmen. Anhand von Fallbeispielen, Reflexionsimpulsen und Anregungen für die Alltagsgestaltung werden Eltern, Bezugspersonen und pädagogische Fachkräfte bei der Entwicklung eines achtsamen Umgangs mit digitalen Medien zu Hause und in der Einrichtung unterstützt.
Alle Broschüren werden an Eltern und pädagogische Fachkräfte der teilnehmenden Kindertageseinrichtungen bzw. Schulen verteilt sowie auf Anfrage an weitere Einrichtungen und Institutionen (z. B. Erziehungsberatungsstellen, Fachakademien) bayern- und bundesweit versandt.
Für die Durchführung der Kita-Teamfortbildungen und Elternabende wurde für jeden Projektbaustein ein Fortbildungskonzept erarbeitet. Zu Beginn wurden für das Kindergartenalter ca. 40 MultiplikatorInnen in zwei je zweitägigen Lehrgängen geschult. Die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wurden aus dem Pool der sibe-Absolventinnen und Absolventen rekrutiert. Bei sibe („Sichere Bindungsentwicklungen über den Lebenslauf begleiten und fördern“) handelt es sich um eine vom IFP konzipierte und durchgeführte halbjährige Fortbildung für Fachkräfte von Familienbildungsstätten und -stützpunkten mit Zertifizierung zur „Fachkraft mit Zusatzqualifikation Bindungsentwicklung und -förderung“. Es wurden dafür Materialien entwickelt, die die Multiplikatoren und Multiplikatorinnen bei der Umsetzung der Fortbildungen verwenden können (PowerPoint-Vorlagen, Schaubilder, Fallbeispiele etc.).
Insgesamt wurden im Jahr 2025 mehr als 400 Veranstaltungen (in Krippe, Kindergarten, Grundschule) geplant, koordiniert und durchgeführt. Damit wurden insgesamt mehr als 2.300 Fachkräfte erreicht, die Anzahl der erreichten Eltern liegt noch weit darüber. Die Broschüren wurden und werden ebenfalls stark nachgefragt und werden stetig nachgedruckt.
Regelmäßige Reflexionstreffen und eine begleitende Evaluation (ab 2025 digital) für Teams und Eltern sichern die Qualität der Veranstaltungen.
Eine hohe Anzahl (über 300 Termine pro Jahr insgesamt) von Team-Fortbildungen und Elternabenden in Kitas (ca. 200), Krippen (ca. 80) und Grundschulen/Horten (ca. 40) wurde in den vergangenen Jahren umgesetzt und durch Supervision und Reflexionsangebote für die Referierenden begleitet. Flankierend wird eine Kurzevaluation der Fortbildungen durchgeführt, die seit Januar 2025 über einen digitalen Fragebogen erhoben wird. Die Ergebnisse der Evaluation deuten auf eine hohe Zufriedenheit der Eltern und eine sehr hohe Zufriedenheit der Kita-Teams mit den Veranstaltungen hin.
Letzte Aktualisierung: 24.07.2026
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